Meine TT-Trainerausbildung von 2008 bis 2011 (von Josef Prigl)

(Josef Prigl und Michael Pichler)
Bei den Übungsleiterkursen 2008 in Mistelbach und 2009 in Altenmarkt machte Kursleiter Fritz Svoboda mächtig Werbung für die Lehrwarteausbildung. Zum ersten Mal machte ich Bekanntschaft mit richtigen Schlagtechniken, Beinarbeit, Balleimertraining, usw. Es erweckte Neugierde und zugleich großes Interesse in mir und ich sagte zur mir selber: "Das will ich auch noch lernen."
Da ich schon seit 2003 Nachwuchstraining mache und mir die Übungsleiterkurse noch zu wenig Informationen brachten, entschloss ich mich 2010 die Lehrwarteausbildung bei der BSPA Graz zu absolvieren, wobei ich wieder mit unserem jetzigen Finanzreferenten Bernhard Chadlek und Peter Weiner aus Wien zusammen traf und wir ein super Team wurden, das sich im Verlauf des Kurses in allen Belangen unterstützte. Das Vorhaben an sich war bedenklich, denn ich begann erst 2005 TT zu spielen und hatte natürlich keine Ahnung, was mir bevor stand. Aber die Leidenschaft für den TT-Sport hatte mich überwältigt und sie übertraf alle meine Vorstellungen. Wir hatten 25 verschiedene sowohl theoretische als auch praktische Fächer. Dabei waren für mich die folgenden Begriffe völlig neu: Trainingslehre, Bewegungslehre, Biomechanik, usw. Da ich schon über zehn Jahre nichts gelernt bzw. keine Prüfung mehr gemacht habe, war mir die Überforderung ins Gesicht geschrieben, aber schließlich schaffte ich die Prüfung im Dezember 2010 sogar mit gutem Erfolg.
Zuerst wollte ich die Trainerausbildung nicht fortsetzen, da mir bei der Lehrwarteausbildung Fremdwörter und wissenschaftlichen Dinge wie Trainingslehre, usw. viel zu kompliziert erschienen. Im Frühjahr 2011 fasste ich kurzer Hand den Entschluss doch weiter zu machen, denn eigentlich konnte ich dabei nichts verlieren, sondern lediglich meinen Horizont für den Sport erweitern. Dank Hartweger Wolfgang von der BSPA Wien rutschte ich noch in den Trainergrundkurs. Dieser Kurs setzte, was Inhalt und Lernen gegenüber der Lehrwarteausbildung anbelangte, ein Vielfaches drauf. Aber es war eine der eindrucksvollsten und tollsten Erfahrungen, die ich in meinen 45 Jahren erleben durfte. Zum einen lernte ich die wunderschönen Sportstätten wie BSPA Faak/See und BSPA Schielleiten kennen, zum andern waren über zehn verschiedene Sportarten wie Eishockey, Gewichtheben, Billard, Eiskunstlauf, Gewichtheben, Handball, usw. mit den 24 dazugehörigen sportartspezifischen Lehrwarten vertreten. Dabei wurden dank der Wiener Handballgruppe die Lachmuskel so strapaziert, dass es fast schon wehtat. In andere Sportarten reinzuschnuppern war eine der interessantesten Angelegenheiten der ganzen Ausbildung. Zusätzlich machte ich in Faak/See noch andere Bekanntschaften wie z.B. mit der Schispringer-Nationalmannschaft samt Schlierenzauer/Morgenstern oder der erfolgreichen Damen-Faustball-Nationalmannschaft. In den fünf Wochen Kurs von Mai bis August hatten wir dreizehn Hausarbeiten, zwei Lehrauftritte von jeweils einer Stunde und unzählige Prüfungen zu absolvieren. Es war hart, denn ich war der einzige vom TT-Sport und musste somit alle Lehrauftritte bzw. Hauarbeiten alleine absolvieren. Schließlich schaffte ich auch diese Hürde, ohne in einem Gegenstand durchzufallen.
Glücklicherweise begann der TT-Spezial-Trainerkurs gleich im Anschluss an den Trainergrundkurs und so konnte ich beide Kurse in einem Jahr schaffen. Auch diese drei Kurswochen brachten extrem positive Überraschungen mit sich. In der ersten Woche in BSPA Faak/See lernte ich meine angehenden Trainerkollegen kennen, die zum Teil ehemalige Profis und TT-Nationalspieler waren. Svoboda Fritz teilte es so ein, dass wir die österreichische Nationalmannschaft in der Trainingsvorbereitungsphase beobachten konnten, um daraus möglichst viel zu lernen und mitzunehmen. Dabei durfte ich Spieler wie die Habesohn- Brüdern, Gardos, Schlager, usw. kennenlernen. Man kann sich vorstellen, dass das für einen Nachwuchstrainer aus der kleinen Provinz Gemeinde St. Georgen/Ybbsfelde ein riesengroßes Erlebnis war. Auch ein besonderes Erlebnis war der Tag mit den beiden netten Rollstuhl-TT-Spitzenspielern Andreas Vevera und Doris Mader samt Nationaltrainer Johann Knoll. Dabei bekamen wir einen Einblick in den Hochleistungssport Rollstuhl-TT. Der nächste Höhepunkt waren die Austrian Open im Multiversum mit Dirk Wagner und Richard Prause, wobei die Spieler bzw. Spielbeobachtung samt Analyse und Videoanalyse im Vordergrund standen. Dabei ist mir bewusst geworden, was für ein außerordentliches Fachwissen die beiden haben. Schlussendlich stand im Anschluss der dritten Kurswoche, am 11.11.2011 um 11:11 Uhr, die TT-Trainer-Abschlussprüfung auf dem Programm. Alle elf haben wir die Prüfung positiv absolviert.
Es gäbe natürlich noch unzählige tolle Höhepunkte zu berichten wie, aber die sind auf meinen Fotos, in meinen Videos und in meinem Kopf. Nebenbei möchte ich mich noch bei allen bedanken, die mir diese Ausbildung in meinen alten Tagen ermöglicht haben. Ein besonderer Dank gilt der österreichischen TT-Spitzenspielerin Sarah Kainz aus Vorarlberg, deren Kollegialität und Freudschaft in den drei Wochen der Ausbildung nicht zu überbieten war.
Josef Prigl
08.12.2011 14:16