Daniel Habesohn – eine ÖTTV-Ikone tritt zurück
Dreimal EM-Gold hat er auf der Habenseite – nun zog Daniel Habesohn den Schlussstrich, beendete noch vor der EM Mitte Oktober in Laibach seine Team-Karriere. ÖTTV-Medienchef Miguel Daxner blickte im Interview mit dem 40-jährigen Wiener nochmals auf die sportlichen Highlights zurück.
Bei der letzten Team-WM im April in London erreichte Österreich den starken neunten Platz. Dabei waren Sie noch die Leitfigur, bereiteten jeweils mit Auftaktsiegen den Weg zum Erfolg. Warum erfolgte nun der Rücktritt, der für den ÖTTV durchaus schmerzhaft ist?
„Der Hauptgrund für den Rücktritt ist der immer enger werdende Zeitplan im Tischtennis. Um in der Rangliste vorne dabei zu sein, muss man ständig reisen und ich bemerkte, dass mir die Turniere nicht mehr so viel Spaß machen. Ich habe erkannt, dass die paar Prozent, die man braucht, um gut zu trainieren, nicht mehr da waren.“
Was bedeutet dieser Schritt für Ihre Zukunft?
„Ich spiele ja noch weiter in der deutschen Bundesliga für Bad Königshofen, kann mich darauf punktuell besser vorbereiten und werde in der kommenden Saison, weil viele Belastungsfaktoren wegfallen, sicher besser spielen. Ich habe durch den Team-Rücktritt aber nun auch mehr Zeit für meine Familie und für mein Tischtennis-Projekt Spin City, das in Wien Alterlaa erfolgreich angelaufen ist. Wir versuchen den Sport von der Atmosphäre besser zu gestalten und mehr Lifestyle ins Tischtennis bringen.“
Blicken wir auf die Jahre im rot-weiß-roten Dress zurück. Dabei stehen unter Hunderten Matches die drei Europameister-Titel im Fokus. Für mich ragt der Mannschafts-Titel 2015 in Jekaterinenburg heraus. Welcher Moment war der sportlich wertvollste?
„Der Mannschafts-Titel steht natürlich für immer in den Sport-Geschichtsbüchern und ist für den ÖTTV gut zu verkaufen. Nichtsdestotrotz sind für mich die Doppel-Erfolge mit Robert Gardos ganz oben. Zumal wir uns sehr gut verstehen und das erste Mal 2012 äußerst überraschend triumphierten.“
Ihr wart in der Weltrangliste sogar die Nummer 2. Welches Highlight war für Sie das emotionalste?
„2012 war wunderschön, aber 2018 in Alicante würde ich emotional sogar höher werten, da in Spanien auch meine Mutter Sonita, die uns alle zum Tischtennis gebracht hat, vor Ort war. Dazu steht auch der Einzel-Turniersieg bei den Ungarn Open 2014 in meiner Erinnerung ganz oben.“
Gab es auch einen besonderen Tiefschlag?
„Ich spielte immer sehr gerne für die Mannschaft, aber wegen einer Otitis ein einziges Mal eine WM verpasste. Dass ich nicht nach Malaysia reisen konnte, war äußerst schmerzhaft. Zum anderen war das Halbfinale beim Europa Top 16 gegen Timo Boll schmerzhaft. Ich verspielte in Montreux 2019 eine 3:2 und 8:5-Führung – das war echt bitter.“
Welches Einzel-Match war das aus Ihrer Sicht beste?
„Das war beim Weltcup 2019, wo ich mich in der Gruppe gegen Ovtcharov und Samsonov behaupten konnte. Mein Bruder Mathias, dem ich unglaublich viel zu verdanken habe, stellte mich perfekt ein und schlug die Legende aus Weißrussland. Mathias hat mich mit seinem Ehrgeiz immer gepusht und war in der ganzen Laufbahn mein Tischtennis-Ziehvater.“
Sie waren bei fünf Olympischen Spielen zwischen 2008 und 2024. Was war Ihr Olympischer Moment?
„Das war eigentlich die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2024. Ich gewann zuvor gegen Moregaard und Pitchford und wurde dann mit phantastischen Spielen in Paris belohnt. Die Stimmung war sensationell und meine Familie war noch dazu vor Ort.“
Nächste Events:
19.8. WTT Feeder in Berlin
https://www.worldtabletennis.com/eventInfo?eventId=3374
19.8. Europe Youth Series in Riga (LAT)
24.8. WTT Feeder in Olmütz (Cz)
25.8. WTT Youth Contender in Otocec und in Varazdin
28.8. U11-EM in Straßburg
28.8. Champions League Qualifikation
28.8. ITTF Para Challenger in Lahti/Fin.
3.-6.9. WTT Youth Contender in Tunis
8.9. WTT Champions Macau (Chn)
8.9. WTT Contender in Bulgarien mit Mischek
9.9. Europe Youth Series in Beocin (SRB)
12.9. WTT Para Elite in Frankreich
12.9. Top U11/U15 in Wr. Neudorf
12.9. Austria Cup
15.9. WTT Star Contender Astana
18.-20.9. Bundesliga-Auftakt
21.9. WTT Youth Contender in Spa
23.-27.9. WTT Feeder in Linz/Lissfeld
1.10. China Smash
2.10. Europe Youth Top 10 in Antibes (F)
4.10. Bundesliga
6.10. ITTF Para Future in Murcia (Sp.)
7.10. Europe Youth Series in Pilsen (Cz)
7.10. WTT Feeder in Katar
10.10. WIN Turnier in Tirol
11.-18.10. EM in Laibach (Slo)
17.10. Top U19/U13 in Rif
20.10. Parkinson WM in Shanghai
21.10. WTT Youth Contender in Lignano und Senec
23.-25.10. Bundesliga
27.10. WTT Champions Montpellier (F)
29.10. WTT Youth Contender in Ungarn
31.10.-5.11. Olympische Jugend-Spiele in Dakar/Senegal
3.11. WTT Champions Deutschland
4.11. WTT Feeder in Vila Nova (Por)
7.11. WTT Youth Star Contender in Podgorica
8.11. Bundesliga
10.11. WTT Contender in Istanbul
10.-15.11. Champions League und Europe Cup
11.11. U13-EM in der Türkei
16.11. WTT Star Contender in Muscat
20.11. Bundesliga
21.11. Youth WM in Istanbul
23.11. WTT Feeder Düsseldorf
28.11. WTT Feeder Danzig
5.12. WIN Turniere in Bruck/Mur und Kapfenberg
8.12. Allianz Austria Top 12
12.12. Austria Cup
15.-20.12. Champions League und Europe Cup
9.-17.1. Champions League und Europe Cup
28.-31.1. Europe Top 16 in Montreux (Sz)
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